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Schweigen ist Silber, Reden ist Gold - so halten es die Verantwortlichen in Hoffenheim nach dem aus ihrer Sicht miserablen 0:1 gegen Mainz. Sämtliche Profis wurden im Laufe des Mittwochs zu Einzelgesprächen gebeten, dabei wollten Trainer Ralf Rangnick und Manager Jan Schindelmeiser konkrete Antworten bekommen auf die Frage: "Was kannst du persönlich bis zum Ende der Saison in diese Mannschaft einbringen?"

Zu seinem 22. Geburtstag am Mittwoch gingen bei Ivan Rakitic haufenweise Gratulationsanrufe ein. Von Christian Gross hörte er bis zum Abend nichts. "Ich hätte mich natürlich gefreut, wenn er sich gemeldet hätte", lachte Rakitic. Denn Schalkes Schlitzohr wäre die Gelegenheit sicherlich recht gekommen, um dem VfB-Coach bei dem Gespräch noch ein paar Tipps für das anstehende Duell am Freitag zu entlocken.

Viele Arten gibt es, einen Schock zu verarbeiten. Der FCN zum Beispiel antwortet auf den gegen Leverkusen erlittenen Kreuzbandriss von Breno, seines besten Abwehrspielers der Rückserie, mit Lob und Zuspruch - für Dominic Maroh, den Nachrücker für die Bayern-Leihgabe. "Es tut mir sehr leid für Breno, doch Dominic ist auch ein sehr guter Spieler", betont Javier Pinola.

In Algerien wird Karim Matmour (24) wie ein Volksheld verehrt. Nicht erst seit der Qualifikation zur WM 2010. In Gladbach sind für Matmour jedoch härtere Zeiten angebrochen. Der Stammplatz ist seit der Teilnahme am Afrika-Cup zu Jahresbeginn weg, Matmour muss aus der zweiten Reihe angreifen.

Das Titelrennen in der Bundesliga wird immer spannender. Der FC Schalke 04 legt am 26. Spieltag vor, empfängt am Freitagabend den VfB Stuttgart und könnte - zumindest vorübergehend - mit einem Sieg den Platz an der Sonne ergattern. Der FC Bayern stünde dann am Samstagabend gegen Freiburg unter Zugzwang. Diesen spürt das erstmals besiegte Leverkusen am Sonntag gegen den HSV sowieso.

Die Schalker bekommen im Titelrennen wieder Unterstützung zweier zuletzt angeschlagener Leistungsträger. Abwehrchef Marcelo Bordon und Stürmer Jefferson Farfan sind bei den Königsblauen am Mittwoch ins Training zurückgekehrt. Beim Bundesligaspiel in Frankfurt (4:1) hatte der Brasilianer Bordon aufgrund von Adduktorenbeschwerden gefehlt, der Peruaner Farfan musste wegen einer Hüftprellung passen.

Hannover 96 muss im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag ohne Altin Lala auskommen. Eine Knieverletzung macht einen Einsatz des albanischen Nationalspielers unmöglich. Der 32-Jährige hatte nach langer Verletzungspause am 22. Spieltag sein Comeback gefeiert und sich umgehend wieder einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld erarbeitet.

Cacau ist derzeit in aller Munde. Der Stuttgarter Stürmer machte in der Vorwoche durch sieben Treffer in drei Spielen auf sich aufmerksam. Kein Wunder also, dass die Schwaben versuchen, den gebürtigen Brasilianer und deutschen Nationalspieler längerfristig zu binden. Und die Vorzeichen scheinen nicht schlecht zu stehen. Sportdirektor Horst Heldt hat eine Einigung "noch für März" angekündigt.

Der Countdown läuft. Vor einigen Wochen hatte Franck Ribery bereits angekündigt, sich im März über seine Zukunft äußern zu wollen. Der Franzose wird nach eigenem Bekunden von den Topklubs gejagt. Real, Barcelona oder Chelsea? Oder geht's etwa doch weiter beim FCB? Nach dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League sind die Chancen auf einen Verbleib jedenfalls ohne Zweifel gestiegen.

Nach einem heftigen Tritt des Ex-Nürnbergers Stefan Reinartz musste Innenverteidiger Breno vom Platz getragen werden. Die erste Diagnose bestätigte sich am Montag, was einem Schock für den Aufsteiger gleichkommt: Der Brasilianer, eine Leihgabe vom FC Bayern, erlitt einen Kreuzbandriss und einen Innenmeniskusriss im rechten Knie. Am Dienstag entschudligte sich Reinartz für die Aktion.

Jetzt ist es also passiert. Im 25. Spiel kassierte Leverkusen die erste Niederlage in der Liga. Aus den vergangenen drei Spielen stehen nur magere zwei Punkte zu Buche. In der Tabelle ist das Team gar auf Platz drei abgerutscht. Also alles wie immer? Auf der Zielgeraden knickt die Werks-Elf ein. Das Momentum spricht jedenfalls gegen das Team. Der nächste Gegner ist der Hamburger SV mit Ex-Trainer Bruno Labbadia und der kennt das Spielchen schon.

Nun hat es auch den VfL Bochum wieder erwischt. Erstmals seit dem 12. Dezember setzte es eine Niederlage (damals 1:5 gegen Bayern), die Erfolgsserie ist nach acht Spielen ohne Pleite gerissen. Ein ungewohntes Gefühl. "Niederlagen tun weh", musste Trainer Heiko Herrlich (38) mal wieder feststellen. Schmerzhafte Erfahrungen für den VfL, der in Wolfsburg eine Stunde lang gut mithielt, am Ende aber überraschend deutlich unterging.

Schadensbegrenzung, wie sie nicht zuletzt dank seiner energischen Aktion vor dem Elfmeter gelang, war bei Marko Marin auch hinterher angesagt, und zwar in Richtung Bundestrainer Löw. "Zu negativ aufgefasst" habe man seine Äußerungen nach der Partie der Nationalelf gegen Argentinien. Nicht meckern, sondern konstruktiv nach vorne gucken - das fordert unterdessen Klaus Allofs, und zwar vom Bremer Publikum.

Manchmal schlägt Mohamed Zidan Haken, dass gleich zwei Gegenspieler ins Leere laufen. Wie gegen Gladbach. Manchmal schießt er so präzise, dass die Torhüter vergebens fliegen. Wie gegen Gladbach. Und manchmal flankt er so punktgenau, dass ein Mitspieler den Ball nur humorlos über die Linie bugsieren muss. Wie gegen Gladbach. "Ich habe mich gleich super gefühlt, vielleicht beflügelt mich die Konkurrenz. Jetzt muss ich dranbleiben", so der 29-Jährige.

Hoffenheim 2010 - das ist, dabei bleibt es, ganz und gar keine Wunschkombination und erst recht keine fußballerische Offenbarung. Auch im Heimspiel gegen Mainz setzte sich der bittere Trend des Jahres fort. Vom spektakulären Tempo-kick, mit dem sich die TSG in der Bundesliga einen Namen gemacht hat, ist nicht mehr viel übrig geblieben. Fürs 0:1 gab es Pfiffe, als die Mannschaft sich nach dem Spiel von den Fans verabschiedete.

Selbst der Jubel danach und die zur Schau gestellte Erleichterung wirkten gequält. Hamburgs Profis sahen nach dem schmeichelhaften 1:0 gegen Ligaschlusslicht Berlin nicht wie Gewinner aus. Der Sieg unter den Augen des kommenden Sportchefs Urs Siegenthaler ist wichtig für die Tabelle - er kann indes nicht kaschieren, dass 2010 unverändert eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft.

Nein, auch am Sonntagnachmittag ließ sich Felix Magath nicht locken. Daheim vorm TV verfolgte Schalkes Trainer-Manager Nürnberg gegen Leverkusen und telefonierte mit dem kicker, als Choupo-Moting das 2:0 gelang. Jubel am anderen Ende der Leitung lässt sich aber nicht überliefern. Magath lapidar: "Mir doch egal, wie das Spiel ausgeht. Ich verbringe einen entspannten Nachmittag."

Sie hatten sich das alle so schön ausgedacht. Mit großem Vorsprung würden die Bayern jetzt Meister werden, hatte Uli Hoeneß prophezeit, der Präsident. Als Gejagter fühle sich Bayern eh viel wohler als als Jäger, hatte Karl-Heinz Rummenigge erklärt, der Vorstandsboss. Sie würden nun durchstarten und den Vorsprung nicht mehr hergeben, hatte Thomas Müller angekündigt, der Neu-Nationalspieler. Das alles war vor Köln.

Ein fulminantes Solo von Aristide Bancé entschied das Duell der Hoffenheimer gegen Mainz zugunsten der Nullfünfer. Der 1:0-Auswärtserfolg des FSV war in einem höhepunktarmen Spiel nicht unverdient, denn die TSG agierte in der Offensive ohne Mumm und hatte gegen die taktisch extrem disziplinierten Mainzer fast keine Torchancen. Mainz überholt Hoffenheim in der Tabelle und jubelt über den zweiten Auswartssieg der Saison.

Nürnberg besiegte überraschend, aber verdient Meisterschaftsaspirant Leverkusen und springt nach dem Dreier auf Platz 15. Der Club krönte gegen schlafmützige Gäste sein mutiges Offensivspiel mit zwei späten Toren kurz vor der Pause und schien nach dem schnellen dritten Treffer klar auf der Siegerstraße. Doch die Gäste wachten auf und sorgten mit zwei schnellen Anschlusstoren für eine spannende Schlussphase. Getrübt wurde die Freude der Franken durch die schwere Knieverletzung Brenos, für den die Saison wohl beendet ist.


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