Die Zurückhaltung der Arbeitnehmervertreter in der Krise ist passé: Jetzt wollen die Gewerkschaften wieder kräftige Aufschläge bei den Löhnen aushandeln. Einige verlangen sogar einen "Nachschlag".
Mit Prämien und Begrüßungsgeldern ausländische Fachkräfte anwerben? Wirtschaftsminister Brüderle hält das für den richtigen Weg. Zahlen sollen allerdings die Unternehmen selbst - und nicht der Staat.
Das Bundesverfassungsgericht hat die Absetzbarkeit von Arbeitszimmern erleichtert - und dem Steuerzahlerbund Rückenwind gegeben: Der Verein will jetzt gegen den Solidaritätszuschlag vorgehen. Dieser verstoße ebenfalls gegen das Grundgesetz.
Auf die Citigroup kommt eine Strafe von 75 Millionen Dollar zu. Laut US-Börsenaufsicht hat das Institut seine Anleger bewusst mit Fehlinformationen über zweitklassige Wertpapiere getäuscht. Auch zwei Manager müssen sich verantworten.
Telefonterror ohne Ende: Werbeanrufe ohne Einwilligung des Angerufenen oder mit unterdrückter Rufnummer sind seit August 2009 verboten - doch viele Firmen halten sich nicht dran. Der Bundesnetzagentur liegen mehr als 57.000 Beschwerden gegen mögliche Regelbrecher vor.
Autos bleiben liegen, Fähren stellen den Dienst ein, in den Supermärkten werden Obst und Gemüse knapp: Der Streik der Lastwagenfahrer legt Griechenland zusehends lahm - und trifft die Tourismusbranche hart. Manche Agenturen stehen nach eigenen Angaben kurz vor dem Bankrott.
Entscheidung in einem jahrelangen Markenstreit: Laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs darf sich der US-Konzern Anheuser-Busch seine Marke "Budweiser" nicht in Deutschland schützen lassen. Die Bezeichnung bleibt dem gleichnamigen Bier aus Tschechien vorbehalten.
Milliarden-Phantom auf der Flucht vor der Öffentlichkeit: Der verstorbene Theo Albrecht lebte zurückgezogen wie kaum ein anderer Unternehmer. Seit der Entführung des Patriarchen im Jahr 1971 waren er und sein Clan traumatisiert - der Discounter-Chef verbrachte zwölf Tage in einem Kleiderschrank.
BP darbt wegen der Katastrophe im Golf von Mexiko, die Konkurrenz dagegen feiert ein Jubelquartal. Die Öl- und Gaspreise sind stark gestiegen - und mit ihnen die Gewinne der großen Energiemultis: Shell und Exxon haben ihre Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.
Prompte Reaktion der Regierung: Das Bundesverfassungsgericht hat beschlossen, dass Steuerzahler ihre Heimbüros auch dann absetzen dürfen, wenn sie nicht der Arbeitsmittelpunkt sind. Das Finanzministerium will das Urteil rasch in einem Gesetzentwurf berücksichtigen.
Goldman Sachs kämpft gegen "dreckige Geschäfte" - zumindest rhetorisch: Die US-Bank verschärft ihre Software-Scans nach belastenden Ausdrücken in Firmen-Mails. Im Rahmen eines Betrugsskandals musste sich das Geldhaus wegen solcher Zitate öffentlich verantworten.
Teures Nachspiel für deutsche Steuerzahler: Laut einer Studie könnte die Rettung von Banken bis zu 52 Milliarden Euro kosten - im günstigsten Fall wären es immer noch knapp 35 Milliarden Euro.
Die Verhütungsmittel Yaz und Yasmin werden für Bayer zur Belastung. 2700 Menschen haben den Konzern auf Schadensersatz verklagt, weil die Mittel möglicherweise das Thrombose-Risiko erhöhen. Die Rechtsstreits sind ein Grund dafür, dass der Konzerngewinn im zweiten Quartal zurückgegangen ist.
Die Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn sind einen wichtigen Schritt vorangekommen: Der Konzern sagte den Gewerkschaften zu, einen Branchentarifvertrag mitzutragen, der Lohndumping für alle 165.000 Beschäftigten ausschließt. Über die Erhöhung der Gehälter wird noch gestritten.
Die Erfolgswelle bei den deutschen Autobauern erfasst auch Volkswagen: Der Wolfsburger Konzern hat im ersten Halbjahr 1,8 Milliarden Euro verdient - und das Ergebnis damit im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Das Unternehmen kommt seinen ehrgeizigen Zukunftsplänen immer näher.
Die Verantwortung ist groß, die Bezahlung mies: In vielen Altersheimen sind die Arbeitsbedingungen desaströs. Manch ein Leiter holt sich sogar Tipps beim Anwalt, wie weit er die Ausbeutung legal treiben darf. Frustrierte Angestellte fürchten um ihre Gesundheit. Auf SPIEGEL ONLINE packen sie aus.
Schwacher Monat, trotzdem hält der Trend: Die Zahl der Erwerbslosen ist im Juli im Vergleich zum Vormonat zwar um 39.000 auf rund 3,2 Millionen gestiegen, dennoch stehen deutlich weniger Menschen ohne Job da als vor einem Jahr. Experten machen dafür den florierenden Export verantwortlich.
Gute Nachricht für Lehrer, Architekten, Außendienstler und andere: Die eingeschränkte Absetzbarkeit von Heimbüros ist grundgesetzwidrig, das hat nun das Bundesverfassungsgericht erklärt. Der häusliche Arbeitsplatz kann auch dann wieder geltend gemacht werden, wenn er nicht Arbeitsmittelpunkt ist.
Der Protest von Kommunen und Sozialverbänden zeigt Wirkung: Die Bundesregierung will das Wohngeld nun doch nicht komplett streichen - allerdings soll es den Heizkostenzuschuss tatsächlich bald nicht mehr geben.
Siemens im Aufwärtstrend: Der Konzern hat im vergangenen Quartal in seinem Kerngeschäft ein Rekordergebnis erzielt - auch im Gesamtjahr will das Unternehmen sein Vorjahresergebnis deutlich übertreffen. Nur die Randsparten machen noch Probleme.
