Es ist eine Botschaft an die Schleckers dieser Welt: Arbeitsministerin von der Leyen hat im SPIEGEL Gewerkschaften und Arbeitgeber aufgefordert, den Missbrauch bei der Leiharbeit zu bekämpfen. Auch neue Mindestlöhne könnten helfen. An anderen Plänen aus ihrem Haus gibt es Kritik.
Die schwarz-gelbe Koalition wackelt, die Wähler liebäugeln mit Rot-Grün: Jürgen Rüttgers kämpft in Nordrhein-Westfalen um seine Regierungsmehrheit - und seine politische Karriere. Um wieder in die Offensive zu kommen, geht der Ministerpräsident nun auf Distanz zur Krisenkoalition in Berlin.
Irgendwas wird hängenbleiben: Karl-Theodor zu Guttenberg hat in der Kunduz-Affäre zu impulsiv gehandelt, nicht wirklich durchdacht, im Raum steht sogar der Vorwurf der Lüge. Die SPD hofft auf die Chance, den Überflieger loswerden - und der Union einen möglichen Kanzlerkandidaten zu nehmen.
Für Jürgen Rüttgers wird es eng: Der nordrhein-westfälische Regierungschef hat wenige Wochen vor der Landtagswahl in Umfragen keine Mehrheit mit seiner schwarz-gelben Koalition. Viele Wähler wollen lieber Rot-Grün. Bundesweit kann nur die SPD leicht zulegen.
Die Rekordverschuldung des Bundes für 2010 ist beschlossene Sache: Der Bundestag hat den Haushalt mit den Stimmen von Union und FDP verabschiedet - er sieht eine Neuverschuldung in Höhe von 80,2 Milliarden Euro vor.
Verteidigungsminister Guttenberg bekommt ein Problem. Nach den neuesten Aussagen im Kunduz-Ausschuss fragt die Opposition, ob er gelogen hat - falls ja, sei er "nicht mehr tragbar". Viel hängt jetzt davon ab, ob der Minister bei seinem eigenen Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss überzeugen kann.
Klartext zur Kunduz-Affäre: Mit seiner ausführlichen Aussage im Untersuchungsausschuss hat Ex-Generalinspekteur Schneiderhan den Druck auf Verteidigungsminister Guttenberg erhöht. Der General bezichtigte seinen Ex-Chef der Lüge - räumte aber auch Fehler der Bundeswehr ein.
Das Dementi kam verdächtig schnell: Nein, eine Mini-Steuerreform sei kein Thema, beteuert die Regierung. Doch hinter den Kulissen feilscht Schwarz-Gelb längst um ein abgespecktes Entlastungskonzept. Denn die Koalition muss dringend beweisen, dass sie trotz Dauerzoffs noch handlungsfähig ist.
Von der Verfassungsfeindin zur Mitbürgerin: Erst nach jahrelangem Warten bekommt die Linken-Politikerin Jannine Menger-Hamilton einen deutschen Pass. Sie wirft dem niedersächsischen Innenministerium Blockade vor - und bekommt dabei Unterstützung von der Einbürgerungsbehörde.
Attacke statt Selbstkritik: Vor dem Kunduz-Untersuchungsausschuss hat sich Ex-Generalinspekteur Schneiderhan gegen den Vorwurf gewehrt, er habe Minister Guttenberg und dessen Vorgänger Jung unzureichend informiert. Seine Entlassung sei zudem durch gezielte Indiskretionen vorbereitet worden.
Klassenkampf-Rhetorik auf 42 Seiten: Die Linke lässt im Entwurf ihres ersten Parteiprogramms kein gutes Haar am Kapitalismus. Sondern kündigt auf dem Weg zum demokratischen Sozialismus "Umwälzungen mit revolutionärer Tiefe" an - Kommunistin Sahra Wagenknecht ist angetan.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband fürchtet dramatische Folgen der Wehrdienst-Verkürzung für den Zivildienst: Viele Mitgliedsverbände könnten aus dem Ersatzdienst aussteigen, wenn nicht rasch ein Konzept für eine freiwillige Verlängerung erarbeitet werde.
Die schwarz-gelbe Regierung gibt mit dem neuen Bundeshaushalt so viel Geld aus wie nie zuvor. Finanzminister Schäuble hält trotzdem nichts von "übermäßigem Sparen". Spielen Sie Kassenwart und testen Sie auf SPIEGEL ONLINE Ihr Wissen: Wer bekommt das meiste Geld? Was ist die Kuhschwanzprämie?
Der Kunduz-Ausschuss vernimmt die gefeuerten Spitzenbeamten Wichert und Schneiderhan - sie müssen sich heiklen neuen Fragen stellen. Interne Dokumente belegen nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen, wie eine "Gruppe 85" im Verteidigungsministerium Nato-Ermittlungen beeinflusste. Und sogar versuchte, die Justiz zu steuern.
Richard von Weizsäcker galt als idealer Bundespräsident. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt CDU-Vorstandsmitglied Friedbert Pflüger die Wortgewalt seines früheren Chefs und verrät, wie dessen berühmte Rede zum Kriegsende entstand - in einem alliierten Flugzeug.
Die Grünen müssen mutiger werden, fordert ihr Fraktionschef in Schleswig-Holstein, Robert Habeck. Auf guten Umfrageergebnissen dürfe seine Partei sich nicht ausruhen. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE verlangt er ein schärferes Profil - und eine "Kampfansage" an die CDU.
Eine Protestpartei der Mitte, das ist Guido Westerwelles neue FDP. Über den Zirkus um seine kalkulierten Tabubrüche erobert er neue Wählerschichten. Dass seine eigenen Popularitätswerte leiden, ist ein Fluch dieser Tat: Er braucht immer neuen Budenzauber - und klingt dabei immer schriller.
Die Bundesregierung will die Liberalisierung des Arbeitsmarktes weiter vorantreiben. Arbeitsministerin von der Leyen will bald ein Gesetz präsentieren, das befristete Arbeitsverträge noch leichter zulässt. Dabei steigt schon jetzt die Zahl der Kurzzeit-Jobs dramatisch an.
Die drohende Niederlage in NRW zwingt Union und FDP zum Umdenken: Laut "Süddeutscher Zeitung" wollen die Parteispitzen doch noch vor dem Wahltermin im Mai das Konzept für eine Steuerreform durchpauken. Doch die Bundesregierung dementiert.
Nach der Linkspartei muss sich nun auch die FDP in Brandenburg mit Stasi-Verstrickungen ihrer Politiker auseinandersetzen. Der Schatzmeister der Liberalen, Rainer Siebert, trat zurück. Er soll laut einem Bericht als Inoffizieller Mitarbeiter für die Staatssicherheit in der DDR gespitzelt haben.
