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Die Düsseldorfer Band Propaganda war der erfolgreichste deutsche Pop-Export der achtziger Jahre, nun erscheint ein Jubiläums-Album. In der KulturSPIEGEL-Tageskarte spricht Bandgründer Ralf Dörper über teutonische Hits - und seinen unglamourösen Job als Banker.

1977 galt französische Popmusik als denkbar uncool - doch dann kam "Ça Plane Pour Moi", einer der kommerziell erfolgreichsten Songs der Punk-Ära und der größte Hit des Belgiers Plastic Bertrand. Aber hat er das Lied überhaupt selbst gesungen? Darüber tobt gerade ein heftiger Streit.

Franz Schreker war nach seinem Tod 1934 fast vergessen. Heute gilt der Komponist als ein ebenso aufregender Neutöner wie Schönberg, Strauss oder Korngold. Der Dirigent Franz Welser-Möst zeigt, was an Schrekers Musik so fasziniert.

Der Pomp, der Größenwahn und der religiöse Wahn sind dahin: Arcade Fire stoßen mit ihrem grandiosen neuen Album zum Essentiellen vor, freut sich Jan Wigger und hat ein wenig Angst vor dem Pomp und Größenwahn von Blind Guardian. Andreas Borcholte hat Mitleid mit Prince.

Jede Menge Ratten und dazwischen ein herausragender Jonas Kaufmann als Titelheld: Star-Regisseur Hans Neuenfels servierte zum gelungenen Bayreuth-Auftakt eine ironische "Lohengrin"-Version - provokant, mit tollen Kostümen, aber auch ein wenig platt.

Der Tod eines 18-Jährigen beim Altamont-Festival beendete 1969 die Hippie-Ära - das Drama von Duisburg dürfte nun das Aus für den Raver-Traum von Glück und Liebe bedeuten. Zumal das Techno-Event längst keine Feier der Unabhängigkeit mehr war, sondern ein kommerzielles Ballermann-Volksfest.

Trainierte Oberarme, gelglänzendes Haar und knallenge Schlaghosen, das brauchte jeder "Kamaki" - professionelle Aufreißer, die in den siebziger und achtziger Jahren auf Rhodos nach Touristinnen jagten. In der Arte-Doku "Colossi of Love" verraten nun fünf Veteranen des Geschäfts ihre Tricks.

Premieren-Vorfreude in Bayreuth: Regie-Wotan Hans Neuenfels bürstet den "Lohengrin" gegen den Strich. Wer aber einen grimmigen Provokateur erwartete, wurde bei der Pressekonferenz des Wagner-Festivals überrascht - Neuenfels verbreitete gute Laune und philosophierte über Nagetiere.

Töten Sie Monster, lauschen Sie dem Piano: Die Deutsche Grammophon, Inbegriff des ehrwürdigen Klassiklabels, veröffentlicht ein Album mit Musik des Computergame-Komponisten Nobuo Uematsu. Eingespielt hat es der junge deutsche Ausnahmepianist Benyamin Nuss - ganz klassisch am Flügel.

Wie Muße finden, wenn krakeelt wird? Schifferklavier, Tamburin, selbst die unschuldige Blockflöte: Berliner Straßenmusikanten ist jedes Mittel recht, um ihn zu quälen, klagt Stefan Kuzmany. Er erwägt jetzt den Einsatz von Wasserbomben.

Mehr Achtziger geht fast nicht: Die japanische Heavy-Legende Loudness tourt derzeit durch Europa. Das interessiert zwar nicht viele Zuschauer, aber der Band ist das vermutlich egal: Denn wer so eine leichtfüßige Schwermetall-Show hinkriegt, muss total tiefenentspannt sein.

Jazz ohne Bass und Schlagzeug zu spielen, bedeutet eine besondere Herausforderung. Dass Musiker sie annehmen, zeigt eine Serie von Duo-Neuerscheinungen.

Sachbearbeiterinnen-Balladen à la Snow Patrol wären Menomena aus Portland, Oregon, viel zu banal, frohlockt Jan Wigger und bescheinigt The Coral, auch schon mal origineller gewesen zu sein. Andreas Borcholte sucht vergeblich nach dem Soul von Sheryl Crow.

Keine Überraschungen an der Spitze: Wieder einmal gehören etablierte Acts wie U2, AC/DC oder Bruce Springsteen zu den bestverdienenden Musikern der Welt. Eine unerwartete Aufsteigerin hat die Liste des "Forbes"-Magazins aber zu bieten.

Wider den tierischen Ernst: Dressurstar Isabell Werth setzt beim Dressurturnier in Aachen auf den Schlagersound von Roberto Blanco. Die Musikauswahl gilt in Pferdekreisen als umstritten.

Ein Rapper, der Kate Bush und Country liebt, hat's schwer: Big Boi, eine Hälfte des Erfolgs-Duos Outkast, musste lange kämpfen, um sein Solo-Debüt veröffentlichen zu können. Der Einsatz hat sich gelohnt: Jeder Song seines Albums enthält mehr Ideen als das Gesamtwerk vieler HipHop-Kollegen.

Fünf Stunden Anreise mit dem Schiff, übernachten im Zelt, Musik auf dem Fußballfeld: Das Trænafestivalen auf einer entlegenen norwegischen Insel am Polarkreis ist das poetischste Pop-Spektakel jedes Sommers.

Er arbeitete mit Weltstars wie Magdalena Kozena, galt als Großmeister der Mozart-Interpretation und als Experte für tschechische Musik - jetzt ist der berühmte Dirigent Charles Mackerras im Alter von 84 Jahren gestorben.

Knarzende Dielen, verbrennende Knochen und das Stolpern des Samplers: Der britische Elektronik-Produzent Matthew Herbert hat Gustav Mahlers unvollendete 10. Sinfonie bearbeitet - und eine mitreißende Klangstudie über Angst, Melancholie und Einsamkeit geschaffen.

Ein einziger Einfall reicht, wenn er denn gut ist: Musik-Impresario Justus Frantz schuf vor 25 Jahren das Schleswig-Holstein Musik Festival und damit sein eigenes Denkmal. Heute blüht das Event wie zu besten Zeiten - und Improvisation gehört noch immer dazu.


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