News > Kultur > Musik
Glücksgriff in die Schatztruhe des Jazz: Mit ihrem neuen Album erweist Dee Dee Bridgewater der großen Billie Holiday die Ehre. Doch sie imitiert die Kultfigur nicht, sondern lässt sie so modern und freundlich wie seit langem nicht mehr klingen.

Spät, aber immerhin: Harper Simon hat mit 38 den Berufsweg seines berühmten Vaters eingeschlagen. Der Sohn von Paul Simon überrascht mit einem gelungenen Debüt - unterstützt von anderen Promi-Kindern.

Wie hätten Sie's gern, geschnitten oder am Stück? Ein Gericht in London hatte darüber zu urteilen, ob das Plattenlabel EMI im Internet die Songs von Pink Floyd einzeln verkaufen darf - und entschied: Das geht nur mit Einverständnis der Band.

Mehr als 700 Lieder hat der Romantiker Franz Schubert vertont, in gerade einmal 31 Lebensjahren. Eine ehrgeizige Edition macht nun auch Seltenes und Unvollendetes zugänglich - und zeigt, dass weniger wirklich oft mehr ist.

That's what Friends are for: Das italienische DJ-Duo Crookers hat tonnenweise prominente Freunde auf ihr Debüt-Album geladen, staunt Jan Wigger und entdeckt eine späte Vorliebe für Frightened Rabbit. Andreas Borcholte versucht, neugierig auf Amy Macdonalds zweite Platte zu werden.

Als der Phil Collins des Jazz gilt David Sanborn: so smooth, so gekonnt, so fleißig. Mit seinem Albumprojekt "Only Everything" will der Altsaxofonist seine souligere Seite präsentieren - doch wirken selbst Balladen bei einem Konzert in Hamburg wenig authentisch und eigentümlich steril.

Laut BBC wurden nach dem legendären Live-Aid-Konzert von 1985 Hilfsgelder von äthiopischen Rebellen ergaunert. Bob Geldof, Organisator der Benefizveranstaltung, hat die Berichte über den millionenschweren Spendenbetrug nun scharf zurückgewiesen.

Gangsta-Klischees, Sexismus, platte Reime: HipHop scheint künstlerisch am Ende. Doch wer Brother Ali hört, schöpft wieder Hoffnung: Ausgerechnet ein weißer, fast blinder Musiker aus Wisconsin gibt der Rap-Musik den Soul zurück.

Schlechte Stimmung im Popuniversum: Feministinnen schimpfen über Oben-Ohne-Fotos von Lady Gaga, Paul Weller stänkert gegen Nirvana und auch Amanda Palmer hat den Bogen überspannt. Doch damit nicht genug: Die Musik-Website Sellaband hat Konkurs angemeldet.

Straßen-Macho mit multipler Persönlichkeit: Der zum YouTube-Star avancierte Comedian Buddy Ogün spielt mal den fiesen Gangster, mal den soften Studenten. Jetzt steht der rasante Rollenwechsler kurz vor dem großen Durchbruch - und gibt sich dennoch erstaunlich scheu.

Die eine ersetzt mit ihrem Gesang eine ganze Rhythmusgruppe, andere kommen gleich ganz ohne Instrumente aus: In der monatlichen Jazz-Neuerscheinungsschwemme überwiegen Alben mit Sängerinnen. Sechs Beispiele lassen aufhorchen.

Die Gorillaz erschaffen aus dem Müll der Popkultur den Sound des 21. Jahrhunderts, stellt Andreas Borcholte fest - und staunt über die von The Knife vertonte Entstehungsgeschichte der Arten. Jan Wigger geht mit Broken Bells unterm Regenmond spazieren.

Es sind die letzten Lieder des Country-Giganten: Die Songs, die jetzt auf dem Album "Ain't No Grave" erschienen sind, nahm Johnny Cash kurz vor seinem Tod 2003 auf. "Er investierte Leidenschaft und Hingabe wie nie zuvor", sagt sein Sohn John Carter Cash im SPIEGEL-ONLINE-Interview.

Drogen-Storys und pubertäre Scherze: In seinen Memoiren präsentiert sich Heavy-Metal-Veteran Ozzy Osbourne als unterhaltsamstes Gesamtkunstwerk des Rock'n'Roll. Auch Gene Simmons von Kiss hat ein Buch geschrieben - und zeigt: Er ist ein verkappter Neoliberaler.

Auch Plattenfirmen haben eingesehen, dass CDs zu teuer sind. Um den Absatz alter Lieder in Fahrt zu bringen, verkaufen sie nun Pop-Klassiker in Kästchen zu Dumpingpreisen: Von Elvis, The Clash bis zu Fleetwood Mac.

"Kein Gott, kein Staat, lieber was zu saufen" singt die Band Deichkind normalerweise. Jetzt feiert ihre erste Operette "Deichkind in Müll" Premiere. DJ Phono erklärt im SPIEGEL-ONLINE-Interview, wie Theater und Krawall zusammenpassen - und wofür die Band zu alt geworden ist.

Die "Symphonie Fantastique" vom Komponisten Hector Berlioz hat Grenzen gesprengt und viele Zeitgenossen heillos überfordert. Der belgische Orchesterchef Jos van Immerseel entdeckt bei dem Monster ungeahnte Feinheiten.

Die legendären Abbey-Road-Studios in London stehen jetzt unter Denkmalschutz: Damit will die britische Regierung die historische Bedeutung des durch die Beatles berühmt gewordenen Gebäudes würdigen. In den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen über dessen Zukunft geben.

Ein weißrussischer Sittlichkeitswächter hatte vor einem Auftritt der deutschen Rock-Provokateure Rammstein in Minsk gewarnt - sie würden die Staatsordnung gefährden. Bloß eine Privatmeinung, sagt nun der weißrussische Botschafter in Berlin, Rammstein dürften auftreten.

Verzweifelnde Frauen zum Frühlingsbeginn: Jan Wigger staunt über die spukige Verwunschenheit von Holly Miranda und die blutroten Bilder von Kaki King. Andreas Borcholte entdeckt die gute alte Manchester-Tristesse im Debüt-Album von Lonelady.


© 2009 - spide.net