Seine Millennium-Bücher sind Bestseller - auch auf Amazons digitalem Lesegerät Kindle: Stieg Larsson ist der erste Autor, von dem der Online-Versandhändler mehr als eine Million E-Books verkauft hat.
Argentinien literarisch? Nicht nur, weil das Land offizielles Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse ist, sollte man Claudia Piñeros phantastischen Roman lesen. Katharina Riese seziert ihre eigene Kindheit. Und in Unni Lindells Krimi wird auch seziert - aber buchstäblich.
Der Satiriker Dietmar Bittrich erteilt dem "Da musst du noch hin"-Hype mit "1000 Orte, die man knicken kann" eine klare Absage. Mit seiner Anti-Haltung liegt er offenbar voll im Trend: Das Buch steigt frisch auf Platz zwölf in die Bestseller-Liste ein.
In ihrem ersten Roman "Juja" schreibt die preisgekrönte Dramatikerin Nino Haratischwili über die Macht eines Buches, das zum Selbstmord verleitet - und bewegt sich damit in der Grauzone zwischen Fiktion und einer wahren Begebenheit.
Egal, wohin wir reisen: Die Literatur war schon da. Warum also nicht das Urlaubsglück verdoppeln und sowohl reale als auch fiktive Ländereien entdecken? Die SPIEGEL-ONLINE-Kritiker präsentieren ihre Lieblingsbücher für die Reisezeit. Einpacken, losschmökern!
Satanischer Verführer trifft auf arglosen Studenten und Femme fatale - doch kaum hat ein schwindelerregender Erotikthriller seinen Lauf genommen, bricht er ab: Alles mal wieder anders, als es scheint. Natürlich, denn "Unsichtbar" ist der neue Roman von Paul Auster, dem großen Augentäuscher.
Mit düsteren Krimis über irre Verbrecher und labile Ermittler haben skandinavische Autoren wie Stieg Larsson und Henning Mankell Millionen Bücher verkauft. Jetzt setzt der Däne Jussi Adler-Olsen die Erfolgsgeschichte fort - der Mann kennt sich aus mit kranken Seelen.
Nichts als Pein, seitenweise: Die eine Romanfigur wird von einem unerwarteten Hausgast gequält, die andere von einem dunklen Familiengeheimnis. Aber eigentlich ist das ja harmlos. Es könnte schließlich auch ein Mörder auf einen warten, der selbst schon längst tot ist.
Kein Sex, keine Toten, kein Tibet: Comics aus China erzählen farbgewaltig von traumschönen Helden, die sich in unerfüllter Liebe verzehren. Doch neue Bildbände gehen einen Schritt weiter - sie stammen von jungen Künstlern, die mit Pathos und Kitsch die Zensur umgehen.
Mit mehr als fünf Millionen verkauften Büchern ist Iny Lorentz die deutsche Königin des historischen Romans. Der neueste, "Aprilgewitter", klettert in dieser Woche auf Platz sieben der Bestsellerliste.
Wenn ein Werk "Die Chroniken von Wormwood" heißt und von der Freundschaft zwischen Gottes und Satans Sohn handelt, ist nicht viel Ehrfurcht zu erwarten. Auch zwei weitere Comics zollen Gott wenig Respekt.
Zweifelhafte Ehrung für einen großen Dichter: Anderthalb Jahrhunderte nach Heinrich Heines Tod nimmt die berühmte Ruhmeshalle Walhalla eine Marmorbüste von ihm auf. Sie würdigt damit posthum einen ihrer schärfsten Kritiker.
Hitze hin, Hitze her, Ulrich Baron empfiehlt Bücher, die ihre Leser an heiße Orte schicken: In den Wüstensand zu zwei archäologischen Abenteurern und auf einen verdörrten Bauernhof. Nur in dem Krimi "Sturmwarnung" herrscht ein raues Klima, das einen Ermittler vor Probleme stellt.
Sein Leben war nicht besonders aufregend, aber er machte 2000 Seiten Comic daraus. Mit ungebremsten Furor berichtete Harvey Pekar von seinem Leben am Rande der amerikanischen Mittelschicht - und erfand dabei ein völlig neues Genre. Nun ist er im Alter von 70 Jahren gestorben.
Seine verschrobenen Comics machten ihn berühmt: Harvey Pekar, Schöpfer der autobiografischen Underground-Serie "American Splendor", ist im Alter von 70 Jahren gestorben.
Er kämpfte auf dem Fußballplatz, gegen die Stasi - und schließlich gegen den Krebs. "Meine zwei Halbzeiten", der Erinnerungsband des jüngst verstorbenen Trainers Jörg Berger, steigt in der Bestenliste auf Rang 23.
110 Jahre auf knapp 450 Seiten: Der Hamburger Autor Fred Grimm hat Zitate von Jugendlichen und über Jugendliche zusammen gepuzzelt - und erzählt so die faszinierende Geschichte der Jugend in Deutschland.
Die bedeutendste deutsche Literaturauszeichnung geht 2010 an Reinhard Jirgl. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Mit Jirgl wird ein Autor preisgekrönt, der sich in radikal konstruierten Sätzen gut verkäuflicher Stapelware verweigert.
Todesengel auf Sardinien, religionsferne Indianer und ein unverzichtbarer Verleger: Die SPIEGEL-ONLINE-Kritiker Ulrich Baron und Sibylle Mulot haben Bücher ausgewählt, die Schrecken einflößen, Zweifel nähren - und ein Zeitalter erklären.
Kein Scherz: Es gab eine ausgeprägte Witzkultur im Kommunismus. Doch ganz so komisch, wie es der britische Journalist Ben Lewis in seiner großen Humorstudie beschreibt, war es nicht. Herrschende und Beherrschte lachten nicht gemeinsam - im Gegenteil.
