Jahrhundertelang wurde ein Theaterstück, dessen Autor behauptete, es basiere auf einem Werk von William Shakespeare, für eine Fälschung gehalten. Ein englischer Professor sagt nun: Es steckt tatsächlich Shakespeare drin, es gehöre in den Kanon des großen Dramatikers.
"Diebstahl wird als Kunst hingenommen": Mit der "Leipziger Erklärung" machen sich Literaturstars wie Günter Grass und Christa Wolf für einen besseren Schutz geistigen Eigentums stark. Im Zentrum ihrer Kritik stehen Urheberrechtsverletzungen - und Jungautorin Helene Hegemann.
Journalismus und Literatur - passen die zusammen? Wenn ein Kulturkritiker mit Blick für politische Strukturen am Werk ist, schon. Bester Beweis: "Auch Deutsche unter den Opfern", die neue Textsammlung von Benjamin von Stuckrad-Barre, steigt auf Platz 25 der Bestsellerliste ein.
Mit zwölf Jahren wurde Bodo Kirchhoff vom Heimleiter seines Internats missbraucht. Im SPIEGEL beschreibt der bekannte Romancier, welche Folgen das Erlebte für ihn hatte: ein ungeheures Sprachloch - und lebenslange Arbeit am sexuellen Erwachsenwerden.
Das weite Land, die Einsamkeit - und ein Stier: Die Novelle "Herdentiere" ist ein trauriger Text, in dem nicht viel gesprochen wird. Ohne Pathos erzählt Josh Weil von einem Menschen in seiner Landschaft - und von dessen Gefühl, dass da noch etwas kommen muss.
Eine Übersetzerin für Schlüpfriges, ein junger Banker und ein abgetauchter Schriftsteller: In "Das war ich nicht" verknotet Kristof Magnusson drei Lebensläufe zu einem Roman - und erzählt nebenbei die Geschichte der Finanzkrise. Bemerkenswert: Er fing an, zu schreiben, bevor die Krise los ging.
Witzig, strategisch, politisch: So zeigt sich Mark Twain in seinen Reisereportagen. Martin Cruz-Smith verwandelt Moskau in eine Krimi-Hölle. Und Carlos Ruiz Zafón lässt den Teufel auf kleine und große Leser los.
Was man alles so liest: Zeitungen, Speisekarten, Gedanken. Auf die Lektüre fremder Hirninhalte hat sich Thorsten Havener spezialisiert. Sein zweites Buch, nach "Ich weiß, was du denkst" heißt: "Denken Sie nicht an den blauen Elefanten". Schon passiert.
Sex, Drogen, Mord: Im März erscheinen gleich zwei Bücher, die sich mit den Skandalen und wahnwitzigen Selbstinszenierungen der Kunst-Superstars beschäftigen.
Die Stasi sah in Günter Grass einen ideologischen Feind und bespitzelte ihn jahrzehntelang. Ein neues Buch belegt, wie der Geheimdienst den Schriftsteller bei seinen Besuchen in der DDR ausspionierte - und der Dichter auch im Osten für einen demokratischen Sozialismus warb.
Hinterhältige Typen kriegen was auf den Hinterkopf - jedenfalls in Pete Dexters düsterem Krimi "God's Pocket". Fleißige Ghostpainter kriegen irgendwann die Wut - und bekennen Farbe. Und ein afrikanischer Ballkünstler schildert seine Jugend als runde, aber auch kantige Geschichte.
Mit romantischen historischen Romanen schafft es Judith Lennox immer wieder auf die Bestsellerliste. Jetzt ist "Das Haus in den Wolken" von null auf Platz sieben eingestiegen - diesmal geht es um eine Liebe im frühen 20. Jahrhundert.
Wer seit dem Harry-Potter-Finale nach ähnlichen Büchern sucht, sollte es mal mit dem frechen Halbgott Percy Jackson versuchen. Der räumt in Amerika schon groß ab - und läuft hier derzeit im Kino.
Er traf Che Guevara, wurde im Kongo zum Tod durch Erschießen verurteilt - oder doch nicht? Eine neue Biografie kratzt am Image der Reporterlegende Ryszard Kapuscinski - und hat in dessen Heimat Polen eine heftige Debatte ausgelöst.
Aktien und Immobilienpreise im Keller? Investieren Sie doch in Superhelden! Eine alte Nummer der Reihe "Detective Comics" hat in den USA einen neuerlichen Höchstpreis erzielt - darin hat Batman seinen ersten Auftritt. Erst am Montag hatte ein Heft mit Superman einen Rekord aufgestellt.
Showbiz statt Stadtbücherei: Frank Schätzing, der erfolgreichste deutsche Science-Fiction-Autor, startet seine Tournee durch die Republik. Mit dabei sind jede Menge Multimedia-Buhei und der unbedingte Wille, Literatur zum Event zu machen.
Die Reichen sind auch reich an Neurosen. Das gilt jedenfalls für Elizabeth Kellys urkomischen Gesellschaftsroman "Die verrückten Flanagans". Gar nicht witzig: die Gewalt gegen Kinder im düsteren Krimi "In ewiger Nacht". Ein Lesespaß mit Punch: der Hardboiled-Roman "Baby Moll".
Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist das teuerste Comic-Heft aller Zeiten. Für eine Million Dollar wurde die erste Ausgabe von "Action Comics" aus dem Jahr 1938 versteigert, in dem Superman seinen Debütauftritt hatte.
Verstehe einer die Frauen! Mit dieser Platitude kann man tatsächlich Geld verdienen. Der Langenscheidt Verlag hat den zweiten Teil von Mario Barths Frauenwörterbuch herausgebracht. Und was sagt man dazu? Platz sieben der Taschenbuch-Bestsellerliste.
Ray Bradburys legendärer Science-Fiction-Roman "Fahrenheit 451" wurde einst virtuos von François Truffaut verfilmt. Nun hat Tim Hamilton einen kongenialen Comic daraus gemacht.
