Im Namen des Meeres klagt Michel Serres in der "taz" gegen BP. In Blogs und Medien wird weiter über Bezahlinhalte gestritten. Die "SZ" erklärt ihre Solidarität mit den Gentrifizierungsverlierern. Die "FAZ" sammelt öffentlich zugängliche Informationen zu Google und der CIA.

Die Arbeiten für eine neue Brücke über den Mittelrhein können beginnen: Die Unesco hat den Bau im Welterbe nahe der Loreley abgesegnet. Visuell passe der Verkehrsweg in die Kulturlandschaft, so das Komitee. Die Grünen befürchten ein Aus für die typischen Rheinfähren.

Peter Stein und Jossi Wieler zeigen in Salzburg Wunderwelten des Theaterschreckens: der eine als reaktionärer Hausmeister im Tempel der antiken Tragödie, der andere als sensibler Menschen-Erforscher. Fazit: Man braucht für große Kunst den Sinn für kleine Gesten.

Moderne Geräte erleichtern unser Leben, manche machen sogar süchtig. Aber wissen wir eigentlich, welche Geister wir mit iPhone und iPad in Bewegung setzen? Vielleicht lauert hinter den glänzenden Spiegeln ja das Grauen. Eine Beschwörung.

Jon Stewart bringt die Enthüllung von WikiLeaks auf den Punkt. In der "Berliner Zeitung" isst Liv Ullmann Fleischklopse mit Ingmar Bergman und Woody Allen. Die "Zeit" fordert von den Öffentlich-Rechtlichen: Gebühren oder Quote. Und alle sind hin und weg von Wolfgang Rihms "Dionysos"-Oper.

Es geht um mehr als 40 Gemälde: Die Erben des jüdischen Kunstsammlers Baron Mór Lipót Herzog verlangen von Ungarn die Herausgabe von zur NS-Zeit geraubten Kunstwerken - seit Jahren ohne Erfolg. Jetzt haben sie in den USA Klage eingereicht.

Mit offenem Mund verfolgten die Kritiker Peter Steins Inszenierung des "Ödipus auf Kolonos". Die einen staunten. Die anderen gähnten. In der "NZZ" wappnet sich Leopold Federmair für den japanischen Winter. In der "SZ" zerlegt Andrea Camilleri den Berlusconismus mit dem Besteck des Kommunismus.

Ein kalifornischer Anstreicher fand vor zehn Jahren zwei Schachteln mit Negativen. Seither bemüht er sich um den Nachweis, dass die Aufnahmen von dem großen Landschaftsfotografen Ansel Adams gemacht wurden. Ein Expertenteam bestätigt ihn nun - er könnte reich werden.

Die alten Medien sind nicht tot, schwärmt die "taz": Denn sie durften die WikiLeaks-Enthüllungen zuerst aufarbeiten. Der einstige Veranstalter der Love Parade, Dr. Motte, kritisiert die jetzigen Veranstalter in der "Berliner Zeitung" heftig. Außerdem: Was sollen die Ratten im "Lohengrin"?

Ein verspiegelter Eisberg, schwebende Architekturmodelle und ein betretbares Wasserspiel bringen die Besucher des Braunschweiger "Lichtparcours" dazu, ihre Spaziergänge in die Nacht zu verlegen.

Eine neue, junge "Jedermann"-Besetzung soll Glanz in die Salzburger Festspiele bringen. Doch Birgit Minichmayr blieb als Buhlschaft ohne Verführungskraft, der neue Hauptdarsteller Nicholas Ofczarek gibt ein rumpelstilzendes Muttersöhnchen. Dafür war Ben Becker die Überraschung des Abends.

Die Spanier werden wieder zu Nesthockern, diagnostiziert die "NZZ" - Hunderttausende sind wegen finanziellen Nöten zurück zu ihren Eltern gezogen. Der "taz" zufolge könnte Istanbul seinen Status als Weltkulturerbe verlieren. Die "FR" verteidigt den freien Willen.

Vor kurzem wetterten sie noch gegen die teure Hamburger Elbphilharmonie - alles nur Provokation, erklären jetzt der Künstler Daniel Richter und seine Frau Angela. Frisch in die Hauptstadt umgezogen schwärmt der Maler-Star von Berlin als "Museum, Bohème-Spielplatz und Weltwohngemeinschaft".

Richard Deacon schuf gigantische Skulpturen, die schwerelos im Raum zu schweben scheinen - und avancierte damit zu einem der wichtigsten Bildhauer unserer Zeit. In Straßburg ist die erste umfassende Retrospektive des Briten zu sehen, die es ohne einen Besuch im Supermarkt wohl nie gegeben hätte.

Durch Deutschlands Grillgruppen geht ein tiefer Graben: Unversöhnlich stehen die Holzkohle- und Gas-Puristen gegenüber, einig nur in ihrer Verachtung der Elektrogriller. Ein Systemvergleich - gefolgt vom zweiten Teil unseres waghalsigen Gourmet-Dreigang-Menüs, das nur draußen gekocht werden darf.

Angst essen Seele auf - das wusste der Schriftsteller Stefan Zweig schon lange vor Rainer Werner Fassbinder. Der Regisseur Jossi Wieler bringt Zweigs Psycho-Novelle "Angst" nun bei den Salzburger Festspielen heraus. Es geht um eine Frau, die ihren Mann betrügt. Und dessen Rache.

In der "FR" rät Seyla Benhabib Israel zur demokratischen Selbstauflösung. Für die "SZ" besucht Ralf Bönt die Killing Fields von Kambodscha. Die "Welt" lauscht dem 80-jährigen Grass, der dem 50-jährigen Grass lauscht. In der "FAZ" porträtiert Jan Wagner den amerikanischen Lyriker Wallace Stevens.

Theater ohne Technik und teure Kostüme: Beim "Fringe"-Festival in Hamburg trifft sich die alternative Off-Szene. Organisator Christian Psioda erklärt im SPIEGEL-ONLINE-Interview, warum hier die innovativsten Ideen entstehen - und Scheitern dazugehört.

In der "SZ" verficht der Internetpionier Ethan Zuckerman die These, dass das Netz den Blick eher verengt als weitet. Die "FR" sieht mit dem Rücktritt Ole von Beusts das Ende der CDU-Modernisierung gekommen. Fast alle Zeitungen feiern Mieczyslaw Weinbergs Oper "Die Passagierin": Musiktheater über Auschwitz.

Glaubwürdig im Kampf gegen Gewalt und Rückständigkeit in Migrantenfamilien: Die türkischstämmige Journalistin Güner Balci wuchs selbst in Berlin-Neukölln auf und hat mit "Arabqueen" einen eindringlichen Bericht über Frauenleben im Abseits geschrieben.


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