Zitat




Verteidigungsminister Guttenberg bekommt ein Problem. Nach den neuesten Aussagen im Kunduz-Ausschuss fragt die Opposition, ob er gelogen hat - falls ja, sei er "nicht mehr tragbar". Viel hängt jetzt davon ab, ob der Minister bei seinem eigenen Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss überzeugen kann.

Im Bieterwettbewerb um den Milliardenauftrag über 179 Tankflugzeuge könnte sich EADS nun doch gegen Boeing durchsetzen. Das Pentagon will offenbar die Frist für die Einreichung eines Angebots verlängern - damit hätte der Konzern Zeit, sich einen neuen Partner zu suchen oder einen Alleingang zu planen.

Israel hat mit militärischer Härte auf einen Raketenbeschuss durch radikale Palästinenser reagiert: Kampfflugzeuge griffen in der Nacht den Gaza-Streifen an und bombardierten Schmugglertunnel sowie eine Waffenfabrik. Es seien "direkte Treffer" erzielt worden, sagte ein Armeesprecher.

Klartext zur Kunduz-Affäre: Mit seiner ausführlichen Aussage im Untersuchungsausschuss hat Ex-Generalinspekteur Schneiderhan den Druck auf Verteidigungsminister Guttenberg erhöht. Der General bezichtigte seinen Ex-Chef der Lüge - räumte aber auch Fehler der Bundeswehr ein.

Schwere neue Vorwürfe gegen die katholische Kirche: In den Niederlanden sollen Geistliche regelmäßig Kinder einer Blindenschule misshandelt und sexuell missbraucht haben. Demnach vergingen sich die Täter sogar im Klassenraum an ihren Opfern - in Anwesenheit anderer Schüler.

Das Dementi kam verdächtig schnell: Nein, eine Mini-Steuerreform sei kein Thema, beteuert die Regierung. Doch hinter den Kulissen feilscht Schwarz-Gelb längst um ein abgespecktes Entlastungskonzept. Denn die Koalition muss dringend beweisen, dass sie trotz Dauerzoffs noch handlungsfähig ist.

Fast ein halbes Jahrhundert lagen sie im Archiv - jetzt werden BND-Akten bekannt, die an ein dunkles Geheimnis der jungen Bundesrepublik rühren. Geheimdienstchef Gehlen ließ in den Sechzigern nach Ex-SS-Leuten fahnden, 71 mussten gehen. Dabei hatte er die meisten ganz bewusst eingestellt.

Medienzar Rupert Murdoch will New Yorks Presselandschaft revolutionieren. Er greift die linksliberale "Times" an - und plant für sein konservatives "Wall Street Journal" einen opulenten Lokalteil. Ein teures Projekt. Und höchst riskant.

Arbeitnehmer müssen sich auf unsichere Zeiten einstellen: Getreu der Koalitionsvereinbarung will Ministerin von der Leyen befristete Arbeitsverträge erleichtern - obwohl deren Zahl ohnehin stark gestiegen ist. Der jetzige Kündigungsschutz wäre dann nur noch Makulatur.

Attacke statt Selbstkritik: Vor dem Kunduz-Untersuchungsausschuss hat sich Ex-Generalinspekteur Schneiderhan gegen den Vorwurf gewehrt, er habe Minister Guttenberg und dessen Vorgänger Jung unzureichend informiert. Seine Entlassung sei zudem durch gezielte Indiskretionen vorbereitet worden.

Klassenkampf-Rhetorik auf 42 Seiten: Die Linke lässt im Entwurf ihres ersten Parteiprogramms kein gutes Haar am Kapitalismus. Sondern kündigt auf dem Weg zum demokratischen Sozialismus "Umwälzungen mit revolutionärer Tiefe" an - Kommunistin Sahra Wagenknecht ist angetan.

Das griechische Pleitedrama verunsichert die Euro-Länder: Wie können sie ein ähnliches Desaster künftig verhindern? Ideen gibt es viele - doch die meisten sind Schaumschlägerei. SPIEGEL ONLINE analysiert, wie eine wirklich stabile EU-Finanzverfassung aussehen müsste.

Der Benzinpreis steigt, schon bald könnte ein Liter 1,50 Euro kosten. Verbraucher sind entsetzt, der ADAC wirft den Energieriesen Profitgier vor. Doch Belege für unlautere Methoden gibt es nicht. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie der Spritpreis entsteht - und wie Sie beim Tanken Geld sparen.

Der Kunduz-Ausschuss vernimmt die gefeuerten Spitzenbeamten Wichert und Schneiderhan - sie müssen sich heiklen neuen Fragen stellen. Interne Dokumente belegen nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen, wie eine "Gruppe 85" im Verteidigungsministerium Nato-Ermittlungen beeinflusste. Und sogar versuchte, die Justiz zu steuern.

Eine Protestpartei der Mitte, das ist Guido Westerwelles neue FDP. Über den Zirkus um seine kalkulierten Tabubrüche erobert er neue Wählerschichten. Dass seine eigenen Popularitätswerte leiden, ist ein Fluch dieser Tat: Er braucht immer neuen Budenzauber - und klingt dabei immer schriller.

Vorwärts Genossen, es geht zurück! Die kommunistische Regierung in Peking hat jahrelang dem Kapitalismus gehuldigt wie kaum ein anderes Land auf der Welt. Doch nun setzt China wieder auf den Staat: Die Planwirtschaft erlebt eine ungeahnte Renaissance.


© 2009 - spide.net